Die neue TA Luft 2021 - Was Unternehmen und Anlagenbetreiber jetzt beachten müssen

Warum die Überarbeitung der TA Luft so wichtig ist

Mit der Neufassung der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) wurden die Anforderungen an Luftreinhaltung, Emissionsbegrenzung und Immissionsschutz in Deutschland deutlich verschärft. Die neue TA Luft trat am 1. Dezember 2021 in Kraft und gilt als zentrales Regelwerk für genehmigungsbedürftige Industrie- und Gewerbeanlagen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).

Ziel der Überarbeitung ist es, Mensch, Umwelt und Klima besser vor Luftschadstoffen zu schützen. Gleichzeitig sollen die Vorgaben stärker an europäische Umweltstandards und neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden.

Besonders betroffen sind:

Die neue TA Luft verschärft nicht nur Emissionsgrenzwerte, sondern erweitert auch die Anforderungen an:

Für Unternehmen bedeutet dies höhere Anforderungen an Luftreinigung, Emissionskontrolle und kontinuierliche Überwachung der Luftqualität.

Strengere Emissionsgrenzwerte für Staub, NOₓ und organische Stoffe

Eine der wichtigsten Änderungen der TA Luft 2021 betrifft die Verschärfung zahlreicher Emissionsgrenzwerte. Besonders im Fokus stehen:

Die neuen Anforderungen sollen insbesondere gesundheitsschädliche Luftschadstoffe stärker begrenzen.

Wichtige neue oder verschärfte Grenzwerte:

Für bestimmte Stoffklassen gelten zusätzlich niedrigere zulässige Massenströme und strengere Anforderungen an Abgasreinigungssysteme.

Auch staubförmige Emissionen und PM10-relevante Prozesse werden in der neuen TA Luft deutlich detaillierter bewertet als zuvor. Besonders betroffen sind Anlagen mit:

Dadurch steigt der Bedarf an moderner Luftqualitätsüberwachung und Echtzeitmessung erheblich.

Neue Anforderungen an Feinstaub- und Immissionsschutz

Die novellierte TA Luft legt größeren Fokus auf den Schutz von Anwohnern und Umwelt vor schädlichen Immissionen. Immissionswerte dienen dabei als Maßstab für die Belastung außerhalb von Anlagen und Betriebsstandorten.

Zu den relevanten Immissionswerten zählen unter anderem:

Die neue TA Luft fordert zudem präzisere Messverfahren und klar definierte Messhöhen sowie Messzeiträume.

Für viele Industrie- und Gewerbeanlagen bedeutet dies:

Besonders bei Baustellen, Recyclinganlagen oder Industriearealen setzen Betreiber deshalb zunehmend auf digitale Luftqualitätsmonitoring-Systeme zur Echtzeitüberwachung von:

Moderne Luftmesssysteme helfen dabei, Grenzwertüberschreitungen frühzeitig zu erkennen und Emissionen transparent zu dokumentieren.

Bio-Gas Anlage

Geruchsimmissionsschutz jetzt bundesweit einheitlich geregelt

Eine weitere wesentliche Änderung der TA Luft 2021 ist die Integration der bisherigen Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL) direkt in die TA Luft. Damit gelten erstmals bundesweit einheitliche Regelungen zur Bewertung von Geruchsimmissionen.

Besonders relevant ist dies für:

Die Behörden prüfen künftig stärker, ob Gerüche:

Im Genehmigungsverfahren wird dabei die sogenannte Gesamtbelastung betrachtet. Diese setzt sich aus:

Überschreitet die Gesamtbelastung die zulässigen Werte, kann eine Anlage unter Umständen nicht genehmigt werden.

Mehr Umweltmonitoring und höhere Anforderungen an Unternehmen

Die neue TA Luft erhöht insgesamt den Druck auf Unternehmen, Emissionen kontinuierlich zu überwachen und nachweislich zu reduzieren. Gleichzeitig gewinnen ESG-Vorgaben, Nachhaltigkeitsberichte und Umwelttransparenz europaweit an Bedeutung.

Dadurch steigt die Bedeutung moderner Emissions- und Umweltüberwachungssysteme deutlich an. Nachfolgend finden Sie relevante Systeme zur Überwachung von Geruchsimmissionen wie z.B. Methangas (CH4), Schwefelwasserstoff (H2S), Schwefeldioxid (SO2), Ozon (O3) oder flüchtige organische Verbindungen (VOC)